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EMV & Entstörung

Elektromagnetische Verträglichkeit in Elektroanlagen

Komplett-Leitfaden zur EMV in Elektroanlagen. Oberwellen, Störfilter, Schirmung und normgerechte Installation nach DIN EN 61000.

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VDE-konform · Deutsche Präzision
Startseite/Spezialthemen/EMV & Entstörung

Überblick

Elektromagnetische Störungen sind eine wachsende Herausforderung in modernen Elektroanlagen. Frequenzumrichter, Schaltnetzteile und LED-Treiber erzeugen Oberwellen und Störemissionen, die andere Geräte beeinflussen können.

Diese Spezialseite führt Sie durch die EMV-gerechte Planung und Entstörung – von der Kabelführung über Filterauswahl bis zur normgerechten Schirmung.

Das Wichtigste auf einen Blick

  • EMV-Grundprinzip: Störquelle → Koppelpfad → Störsenke
  • Oberwellen: 3., 5., 7. Harmonische durch nichtlineare Lasten
  • Netzfilter: Eingangsfilter (Class B) für leitungsgebundene Störungen
  • Schirmung: Geschirmte Leitungen für Motoranschlüsse am FU
  • Potentialausgleich: Niederimpedante Verbindungen sind essenziell

Gesetzliche Grundlagen

Relevante Normen und Vorschriften

DIN EN 61000

Elektromagnetische Verträglichkeit (EMV)

Europäische Normenreihe zur EMV. Teil 3: Grenzwerte, Teil 4: Prüf- und Messverfahren, Teil 6: Fachgrundnormen.

EMV-Richtlinie 2014/30/EU

EMV-Richtlinie

Europäische Richtlinie zur elektromagnetischen Verträglichkeit. Basis für CE-Kennzeichnung.

DIN VDE 0100-444

Schutz gegen elektromagnetische Störungen

Maßnahmen zum Schutz gegen elektromagnetische Störungen (EMI) in Niederspannungsanlagen.

DIN EN 61800-3

EMV von Antriebssystemen

Spezielle EMV-Anforderungen für drehzahlveränderbare Antriebe (Frequenzumrichter).

EMV-gerechte Installation planen

Schritt-für-Schritt-Anleitung

1

Störquellen identifizieren

Frequenzumrichter, Schaltnetzteile, Phasenanschnittdimmer, LED-Treiber – alle nichtlinearen Lasten erfassen.

emv grundlagen
2

Empfindliche Geräte kartieren

Messtechnik, Medizintechnik, Audio/Video, Automatisierung – diese Geräte sind besonders störempfindlich.

emv grundlagen
3

Räumliche Trennung

Leistungs- und Steuerleitungen getrennt verlegen. Mindestabstand einhalten oder rechtwinklig kreuzen.

leitungsquerschnitt
4

Geschirmte Leitungen verwenden

Motorleitungen zwischen FU und Motor immer geschirmt. Schirm beidseitig großflächig auflegen.

leitungsquerschnitt
5

Netzfilter installieren

EMV-Eingangsfilter am FU, ggf. Ausgangsfilter (dU/dt-Filter, Sinusfilter) für empfindliche Motoren.

leistungsfaktor
6

Potentialausgleich optimieren

Kurze, niederimpedante Verbindungen aller Metallteile. Hochfrequenz-Potentialausgleich für sensible Bereiche.

emv grundlagen

Formel-Sammlung

Wichtige Formeln für die Berechnung

Klirrfaktor THD

THD = √(Σ I²ₙ) / I₁ × 100%
THDTotal Harmonic Distortion[%]
IₙStrom der n-ten Oberwelle[A]
I₁Grundschwingung[A]

Schirmwirkung

aₛ = 20 × log(U₀/Uₛ) [dB]
aₛSchirmdämpfung[dB]
U₀Spannung ohne Schirmung[V]
UₛSpannung mit Schirmung[V]

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Grundlagen-Tutorials

Praxistipps

Expertenwissen und häufige Fehler

Tipp

Schirmauflage 360°

Der Schirm einer EMV-Leitung muss großflächig (360°) und beidseitig aufgelegt werden. Schirmklemmen oder EMV-Verschraubungen verwenden, niemals nur eine Ader des Schirms anschließen.

Warnung

Nicht einseitig schirmen

Einseitige Schirmauflage funktioniert nur bei niederfrequenten Störungen. Bei Frequenzumrichtern (hohe Schaltfrequenz) ist beidseitige Auflage zwingend.

Häufiger Fehler

Leistungs- und Steuerkabel gemeinsam

Nie Motorleitungen und Signalleitungen im selben Kabelkanal verlegen. Das koppelt Störungen kapazitiv und induktiv ein.

Tipp

Ausgangsfilter bei langen Motorleitungen

Bei Motorleitungen über 10 m empfehlen sich dU/dt-Filter oder Sinusfilter. Sie reduzieren Spannungsspitzen und schonen die Motorisolation.

Checkliste EMV-Installation

Zum Abhaken und Ausdrucken

  • Störquellen identifiziertPflichtFU, Schaltnetzteile, Dimmer erfasst
  • Räumliche Trennung geplantPflichtLeistung und Steuerung getrennt
  • Geschirmte LeitungenPflichtFür alle FU-Motorverbindungen
  • Schirmauflage 360°PflichtBeidseitig, großflächig
  • EMV-EingangsfilterPflichtAm Frequenzumrichter installiert
  • Potentialausgleich optimiertPflichtKurze, niederimpedante Verbindungen
  • Kabelabstände eingehaltenPflichtMind. 20 cm oder rechtwinklig
  • Metallene KabelführungGeschlossene Kabelkanäle bevorzugt
  • Ausgangsfilter geprüftBei langen Motorleitungen
  • EMV-Prüfung durchgeführtFunktionsnachweis dokumentiert

Häufig gestellte Fragen

Antworten auf wichtige Fragen zu EMV & Entstörung

Frequenzumrichter arbeiten mit schnellen Schaltvorgängen (PWM mit 2-16 kHz). Diese erzeugen steile Spannungsflanken und Oberwellen, die sich als leitungsgebundene und abgestrahlte Störungen ausbreiten.

Class A: Für industrielle Umgebung, höhere Grenzwerte. Class B: Für Wohn- und Geschäftsbereiche, strengere Grenzwerte. Die meisten FU sind standardmäßig Class A und benötigen für Class B einen Zusatzfilter.

Mindestens 10-20 cm Abstand parallel, oder rechtwinklig kreuzen. Bei geschirmten Leitungen kann der Abstand reduziert werden. Nie im selben Kabelkanal.

Ja, immer beidseitig und großflächig (360°). Die Erdung muss niederimpedant sein – am besten über EMV-Kabelverschraubungen oder Schirmklemmen direkt am Gehäuse.

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