Berechnen Sie die optimale Wechselrichter-Größe für Ihre PV-Anlage. Mit DC/AC-Verhältnis, Hybrid-WR-Empfehlung und MPP-Tracker-Auslegung.
Berechnen Sie die optimale Wechselrichter-Größe für Ihre PV-Anlage. Mit DC/AC-Verhältnis, Hybrid-WR-Empfehlung und MPP-Tracker-Auslegung.
Der Wechselrichter (Inverter) wandelt den Gleichstrom der PV-Module in netzkonformen 230/400 V Wechselstrom um. Die richtige Dimensionierung entscheidet über Ertrag und Wirtschaftlichkeit der Anlage.
DC/AC = PV-Leistung (kWp) / WR-Nennleistung (kW)
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| DC/AC | Bewertung | Ertragsverlust | Anwendung |
|---|---|---|---|
| < 0,9 | Überdimensioniert | 0% | Erweiterung geplant |
| 0,9–1,1 | Optimal | < 0,5% | Standard Süd-Dach |
| 1,1–1,3 | Leichte Überbelegung | 1–3% | Ost/West, Flachdach |
| > 1,3 | Starke Überbelegung | > 3% | Fassade, Norddach |
| Typ | Leistung | Vorteile | Nachteile | Kosten/kW |
|---|---|---|---|---|
| String-WR | 3–100 kW | Günstig, bewährt | Teilverschattung | 100–200 € |
| Hybrid-WR | 3–15 kW | Speicher integrierbar | Teurer | 200–350 € |
| Mikro-WR | 250–600 W | Pro Modul, Verschattung OK | Viele Geräte | 150–250 € |
| Zentral-WR | 100+ kW | Effizient, günstig/kW | Modulare Fehler | 50–100 € |
| Dachkonfiguration | Benötigte MPP-Tracker |
|---|---|
| Einheitliche Süd-Ausrichtung | 1 MPPT reicht |
| Ost/West (2 Flächen) | 2 MPPT erforderlich |
| 3+ Dachflächen / Verschattung | 3+ MPPT oder Mikro-WR |
| Leistung | Netzanschluss | Regelung |
|---|---|---|
| ≤ 4,6 kVA | 1-phasig erlaubt | Schieflastgrenze |
| ≤ 600 VA | Steckerfertiger WR (Balkonkraftwerk) | Vereinfacht nach VDE-AR-N 4105 |
| > 4,6 kVA | 3-phasig Pflicht | VDE-AR-N 4105 |
| > 25 kW | Netzbetreiber-Zustimmung | TAR Niederspannung |
Ja, eine Überbelegung von 10–30% ist üblich und wirtschaftlich sinnvoll. Die Module erreichen ihre STC-Spitzenleistung nur wenige Stunden pro Jahr (klare Mittagssonne, 25°C). An den meisten Tagen liegt die reale Leistung bei 60–80% von kWp. Ein kleinerer WR ist günstiger und hat nur minimale Ertragsverluste (1–3%). Der WR regelt bei Bedarf einfach ab (Clipping).
Hybrid-WR sind sinnvoll, wenn ein Batteriespeicher jetzt oder in den nächsten Jahren geplant ist. Sie enthalten bereits den Batterie-Laderegler und sparen die nachträgliche Nachrüstung (ca. 1.000–2.000 €). Bei reiner Einspeisung ohne Speicherplanung reicht ein günstigerer String-WR. Achtung: Hybrid-WR sind oft auf bestimmte Batteriemarken beschränkt.
In Deutschland gilt die Schieflastgrenze von 4,6 kVA: Ein einphasiger WR darf maximal 4,6 kW ins Netz einspeisen, um eine Unsymmetrie im Drehstromnetz zu vermeiden. 3-phasige WR verteilen die Einspeisung gleichmäßig auf alle drei Phasen. Ab ca. 5 kWp ist 3-phasig daher Standard. Balkonkraftwerke bis 600/800 VA sind zu klein für wesentliche Schieflast.
Mehrere MPPT sind erforderlich, wenn Module mit unterschiedlicher Ausrichtung, Neigung oder Verschattung an einem WR betrieben werden. Beispiel: Ost/West-Dach braucht 2 MPPT. Jeder Tracker optimiert seinen String unabhängig. Bei gleichmäßiger Belegung einer Dachfläche genügt 1 MPPT. Mikro-Wechselrichter haben einen MPPT pro Modul – ideal bei starker Verschattung.
Wechselrichter sollten kühl, trocken und gut belüftet montiert werden. Die Umgebungstemperatur hat direkten Einfluss auf den Wirkungsgrad: Bei > 40°C reduziert der WR seine Leistung (Derating). Nordwand oder Keller sind ideal. DC-Kabel kurz halten (max. 15 m empfohlen). Der WR muss für den AC-Anschluss in der Nähe des Zählerschranks installiert werden.