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Praxis-LeitfädenFortgeschritten

Drehzahlregelung elektrischer Antriebe

Frequenzumrichter, Sanftanlasser und Drehzahlsteuerung – Methoden zur Motorsteuerung im Überblick.

15 Min. LesezeitAktualisiert: 06.02.2026

Formelübersicht

Synchrondrehzahln_s = (f × 60) / p

Drehzahl in Abhängigkeit von Frequenz und Polpaarzahl

n_s=Synchrondrehzahl in 1/minf=Frequenz in Hzp=Polpaarzahl
U/f-KennlinieU/f = konstant

Konstantes Verhältnis für vollständiges Drehmoment

Einführung

Die Drehzahlregelung elektrischer Antriebe ermöglicht es, Motoren flexibel an unterschiedliche Prozessanforderungen anzupassen. Von einfachen Sanftanläufern bis zu hochdynamischen Servoantrieben gibt es verschiedene Lösungen für jeden Einsatzfall.

Dieser Ratgeber erklärt die gängigen Methoden zur Drehzahlsteuerung und deren Vor- und Nachteile.

Übersicht Antriebsregelung

Direkt DOL n = const Sanftanlauf Softstarter Anlauf sanft FU Frequenzumr. n = variabel Servo Positionierung hochdynamisch

Vergleich der Methoden

MethodeDrehzahl regelbarAnlaufstromKostenAnwendung
Direktstart (DOL)Nein6-8 × I_NNiedrigEinfache Antriebe
Stern-DreieckNein2-3 × I_NNiedrigPumpen, Lüfter
SanftanlaufNein3-4 × I_NMittelSchonender Anlauf
FrequenzumrichterJa (0-100%)1-1,5 × I_NHochProzesse, Förder
ServoantriebJa, hochdynamischGeringSehr hochPositionierung

Frequenzumrichter (FU)

Netz 50Hz Frequenzumrichter Gleich- ZK Wechsel- M 0-50Hz

FU-Aufbau

StufeFunktionKomponenten
GleichrichterAC → DCDioden, Thyristoren
ZwischenkreisGlättungKondensatoren
WechselrichterDC → AC variabelIGBTs

Regelverfahren

VerfahrenBeschreibungDynamik
U/f-SteuerungSpannung/Frequenz konstantNiedrig
VektorsteuerungStrom-/FlusskontrolleMittel
Feldorientierte RegelungDrehmoment-DirektkontrolleHoch

Sanftanlauf (Softstarter)

Funktionsweise

Thyristoren regeln die Spannung beim Anlauf stufenlos hoch:

PhaseSpannungDrehmoment
Start~30%Reduziert
Rampe30-100%Steigend
Betrieb100%Voll

Vor- und Nachteile

VorteilNachteil
Reduzierter AnlaufstromKeine Drehzahlregelung
Schonend für MechanikVerluste im Betrieb
Günstiger als FUNur für Anlauf/Auslauf

Drehzahlberechnung

Synchrondrehzahl: n_s = (f × 60) / p

PolzahlPolpaaren bei 50 Hz
213000 1/min
421500 1/min
631000 1/min
84750 1/min

Asynchronmotor: n = n_s × (1 - s)

Schlupf s ≈ 2-5%

Drehzahlbereich FU

FrequenzDrehzahl (4-pol)Bemerkung
0 Hz0 1/minStart
25 Hz750 1/minHalbe Drehzahl
50 Hz1500 1/minNennbetrieb
87 Hz2600 1/minFeldschwächung

EMV-Anforderungen

MaßnahmeZweck
NetzfilterOberschwingungen reduzieren
Motorfilter/DrosseldU/dt begrenzen
Geschirmtes KabelAbstrahlung verhindern
360° SchirmklemmeEMV-gerechter Anschluss

Schritt-für-Schritt

  1. 1Prozessanforderungen analysieren (konstant/variabel)
  2. 2Motortyp und Leistung bestimmen
  3. 3Antriebslösung auswählen (DOL/Sanftanlauf/FU)
  4. 4FU dimensionieren (I_N Motor × 1,1)
  5. 5EMV-Maßnahmen planen
  6. 6Verkabelung nach VDE ausführen
  7. 7Parameter einstellen
  8. 8Inbetriebnahme und c

Praktische Beispiele

1

FU für Lüfterantrieb

Aufgabe

Ein Lüfter mit 4-poligem 7,5 kW Motor soll drehzahlgeregelt werden.

Lösung

  1. 1Motordaten: 7,5 kW, 400V, 15A, cos φ = 0,85
  2. 2FU-Größe: ≥ 7,5 kW / 15A × 1,1 = 8,3 kW → 11 kW FU
  3. 3Quadratische Kennlinie für Lüfter einstellen
  4. 4Drehzahlbereich: 300-1500 1/min (10-50 Hz)
  5. 5Energieeinsparung durch Teillast: bis 50%

11 kW FU mit quadratischer Kennlinie für Lüfterantrieb.

Normative Grundlagen

DIN EN 61800: Elektrische Leistungsantriebssysteme

DIN VDE 0100-520: Kabel- und Leitungsanlagen (EMV)

DIN EN 55011: Industrielle Funkstörungen

Wichtige Festlegungen:

  • EMV-Kategorien (C1-C4)
  • Kabellängen
  • Schutzleiteranschluss

Häufige Fehler vermeiden

  • ✗FU zu klein dimensioniert
  • ✗EMV-Filter vergessen
  • ✗Lange Motorkabel ohne dU/dt-Filter
  • ✗Keine geschirmte Leitung
  • ✗Schirm nicht beidseitig aufgelegt
  • ✗Bremswiderstand vergessen

Zusammenfassung

Drehzahlregelung – Zusammenfassung:

Methoden:

TypDrehzahlAnlaufstrom
DOLKonstant6-8 × I_N
SanftanlaufKonstant3-4 × I_N
FUVariabel1-1,5 × I_N

FU-Aufbau: Gleichrichter → Zwischenkreis → Wechselrichter

Drehzahlformel: n_s = (f × 60) / p

EMV: Filter + geschirmte Kabel erforderlich

Häufig gestellte Fragen

Ein FU ist erforderlich, wenn die Drehzahl variabel sein muss – z.B. bei Förderanlagen, Pumpen mit wechselndem Bedarf oder Prozessen mit unterschiedlichen Geschwindigkeiten. Bei konstanter Drehzahl (z.B. Lüfter für Dauerbetrieb) reichen günstigere Lösungen wie Direktstart oder Sanftanlauf.

Der FU sollte mindestens für den Nennstrom des Motors × 1,1 ausgelegt sein. Bei schweren Anlaufbedingungen (Fördertechnik, Zentrifugen) sollte die nächsthöhere Leistungsklasse gewählt werden. Auch die Überlastfähigkeit (150% für 60s) beachten.

FU erzeugen hochfrequente Störungen. Maßnahmen: Netzfilter (am FU-Eingang), geschirmtes Motorkabel (max. Länge beachten), Schirm beidseitig 360° auflegen, dU/dt-Filter bei langen Kabeln. Die EMV-Kategorie des FU muss zur Installation passen (C2 für Industrie, C1 für Wohnbereich).

FrequenzumrichterDrehzahlSanftanlaufAntriebstechnikU/f-KennlinieEMV

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