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Praxis-LeitfädenFortgeschritten

Gebäudeautomation (GA)

Gebäudeautomation nach DIN EN 15232 – Systeme, Protokolle und Integration für intelligente Gebäude.

16 Min. LesezeitAktualisiert: 06.02.2026

Einführung

Gebäudeautomation (GA) vernetzt Heizung, Lüftung, Klimatisierung (HLK), Beleuchtung und Sicherheitssysteme zu einem intelligenten Gesamtsystem. Sie erhöht Komfort, Energieeffizienz und Sicherheit.

Dieser Ratgeber erklärt die Grundlagen, Protokolle und Planungsaspekte der Gebäudeautomation nach DIN EN 15232.

GA-Automatisierungspyramide

Management Automation Feld (Sensoren/Aktoren)

Visualisierung DDC-Controller Sensoren, Ventile

Ebenen

EbeneFunktionKomponenten
ManagementVisualisierung, AnalyseGLT, Leitrechner
AutomationRegelung, SteuerungDDC-Controller, SPS
FeldMessen, StellenSensoren, Aktoren

Protokolle und Bussysteme

BACnet ISO 16484-5 KNX ISO 14543 Modbus TCP/RTU DALI IEC 62386

Protokollvergleich

ProtokollEinsatzbereichTopologieMax. Teilnehmer
BACnetHLK, GroßanlagenIP, MS/TPUnbegrenzt
KNXRaumautomationBus, IP64/Linie
ModbusIndustriekopplungRS-485, TCP247 (RTU)
DALIBeleuchtungBus64 Geräte
M-BusZählerauslesungBus250

Gewerke

HLK (Heizung, Lüftung, Klima)

FunktionSensorenAktoren
HeizungsregelungRaumfühler, VorlaufStellventil, Pumpe
LüftungsregelungCO₂, FeuchteKlappen, VFD-Lüfter
KlimatisierungRaumtemp.Kältemaschine, Klappen

Beleuchtung

FunktionEingängeAusgänge
PräsenzsteuerungPräsenzmelderDALI-Gruppen
TageslichtregelungHelligkeitssensorDimmer
SzenensteuerungTasterschnittstelleAlle Leuchten

Sonnenschutz

FunktionSensorenAktoren
SonnenschutzGlobalstrahlungJalousieantrieb
WindwächterWindgeschwindigkeitStopp-Position
ZeitprogrammUhrAuf/Ab/Lamelle

Energieeffizienzklassen (DIN EN 15232)

KlasseBezeichnungEinsparung HLK
AHocheffizientbis 30%
BAdvancedbis 20%
CStandardReferenz
DNicht energieeffizient+10% Mehrverbrauch

Anforderungen Klasse A

  • Bedarfsgeführte Heizung/Kühlung
  • Raumweise Präsenzerfassung
  • Tageslichtabhängige Beleuchtung
  • Automatische Jalousiesteuerung
  • Visualisierung und Optimierung

DDC-Controller

Funktionen

FunktionBeschreibung
RegelungPID-Regelkreise für Temperatur, Druck
ZeitprogrammeWochenprogramme, Feiertage
LogikVerriegelungen, Prioritäten
KommunikationBACnet, Modbus, KNX
AlarmStörmeldungen, Grenzwerte

Typische Kenngrößen

ParameterWert
Eingänge (AI/DI)8-64
Ausgänge (AO/DO)8-32
Regelkreise4-16
ProtokolleBACnet, Modbus

Schritt-für-Schritt

  1. 1Anforderungen und Gewerke erfassen
  2. 2Automatisierungsgrad festlegen (Klasse A-D)
  3. 3Bussystem(e) auswählen
  4. 4Punkteliste erstellen (Sensoren/Aktoren)
  5. 5Schaltschränke und Controller planen
  6. 6Verkabelung / IP-Netz planen
  7. 7Programmierung und Parametrierung
  8. 8Inbetriebnahme und Test
  9. 9Dokumentation und Schulung

Praktische Beispiele

1

Lüftungsregelung konferenzraum

Aufgabe

Ein Konferenzraum soll bedarfsgeführt belüftet werden.

Lösung

  1. 1CO₂-Sensor: 0-2000 ppm, 0-10V
  2. 2Stellklappe: 0-10V Stellsignal
  3. 3Regelung: CO₂ < 800 ppm → 30% Luft
  4. 4CO₂ 800-1200 ppm → Linear 30-100%
  5. 5Präsenzmelder: Belüftung nur bei Anwesenheit
  6. 6Zeitprogramm: Mo-Fr 7-20 Uhr

Energiesparende, bedarfsgeführte Lüftung mit CO₂-Regelung.

Normative Grundlagen

DIN EN 15232: Energieeffizienz von Gebäuden

DIN EN ISO 16484: Gebäudeautomation

VDI 3813/3814: Raumautomation, Gebäudeautomation

Wichtige Festlegungen:

  • Effizienzklassen A-D
  • Funktionslisten pro Gewerk
  • Schnittstellen und Protokolle

Häufige Fehler vermeiden

  • ✗Fehlende Gewerkekoordination
  • ✗Unklare Verantwortlichkeiten
  • ✗Keine Datenpunktliste
  • ✗Unzureichende Verkabelung
  • ✗Fehlende Dokumentation
  • ✗Keine Benutzereinweisung

Zusammenfassung

Gebäudeautomation – Zusammenfassung:

Ebenen:

  • Management → GLT
  • Automation → DDC
  • Feld → Sensoren/Aktoren

Protokolle:

SystemEinsatz
BACnetHLK
KNXRaum
DALILicht
ModbusIndustrie

Effizienzklassen:

  • A: Hocheffizient (−30%)
  • B: Advanced (−20%)
  • C: Standard
  • D: Ineffizient (+10%)

Häufig gestellte Fragen

KNX ist primär für die Raumautomation (Licht, Jalousie, Einzelraumregelung) und arbeitet auf Feldebene. BACnet ist für die Anlagenautomation (HLK, zentrale Anlagen) und die übergeordnete Kommunikation konzipiert. Beide können kombiniert werden – KNX für Räume, BACnet für die Integration.

Die Klasse hängt vom Gebäudetyp und Budget ab. Klasse A ist Pflicht bei Neubauten mit Nachhaltigkeitszertifizierung (DGNB, LEED). Klasse B ist für Bürogebäude empfehlenswert. Klasse C ist Mindeststandard. Ein höherer Automatisierungsgrad amortisiert sich durch Energieeinsparungen.

Bei größeren Projekten mit mehreren Gewerken ja. Der Systemintegrator koordiniert die verschiedenen Systeme (HLK, Elektro, Sonnenschutz), programmiert die Controller und erstellt die Visualisierung. Bei einfachen KNX-Projekten kann auch der Elektriker die Programmierung übernehmen.

GebäudeautomationBACnetKNXDDCHLKDIN EN 15232

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