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KNX-Hausautomation

Grundlagen der KNX-Bustechnik – Planung, Programmierung und Integration ins Smart Home.

18 Min. LesezeitAktualisiert: 06.02.2026

Einführung

KNX ist der weltweit führende Standard für Gebäudeautomation. Als offener Standard ermöglicht er die Integration von Produkten verschiedener Hersteller zu einem einheitlichen System.

Dieser Ratgeber erklärt die Grundlagen von KNX und gibt Orientierung für Planung und Installation.

KNX-Systemübersicht

KNX-Bus (TP) Sensor Aktor System- gerät Spannungsversorgung

Systemkomponenten

KomponenteFunktionBeispiele
SensorenErfassen SignaleTaster, Präsenzmelder, Thermostat
AktorenFühren ausSchaltaktor, Dimmaktor, Jalousie
SystemgeräteInfrastrukturSpannungsversorgung, Linienkoppler
VisualisierungBedienungTouch-Panel, App

Topologie

Linienstruktur

EbeneStruktur
BereichBis zu 15 Bereiche
LinieBis zu 15 Linien pro Bereich
TeilnehmerBis zu 64 pro Linie

Verkabelung

MediumBeschreibung
TP (Twisted Pair)Standard-Busleitung, 2-adrig
PL (Powerline)Über bestehende Stromleitung
RF (Funk)Für Nachrüstung
IPÜber Netzwerk

Busleitung

Kabeltyp

YCYM 2×2×0,8 mm (grün) oder gleichwertig

EigenschaftWert
Leiterquerschnitt0,8 mm
Maximale Linienlänge1.000 m
Max. Abstand SV-Teilnehmer350 m
Max. Teilnehmer-Teilnehmer700 m

Spannungsversorgung

LinienleistungVersorgung
Kleine Linie160 mA / 320 mA
Große Linie640 mA / 1.280 mA
Pro Teilnehmerca. 10 mA typisch

Adressierung

Physikalische Adresse

Format: Bereich.Linie.Teilnehmer (z.B. 1.1.5)

TeilBereich
Bereich1-15
Linie1-15
Teilnehmer1-255

Gruppenadresse

Format: Hauptgruppe/Mittelgruppe/Untergruppe (z.B. 1/2/10)

SchemaAnwendung
Gewerk-orientiert1=Licht, 2=Jalousie, 3=Heizung
Raum-orientiert1=EG, 2=OG, 3=DG

Programmierung

ETS (Engineering Tool Software)

FunktionBeschreibung
ProjektverwaltungGebäudestruktur anlegen
GerätedatenbankHerstellerprodukte importieren
ParametrierungGeräte konfigurieren
GruppenadressenVerknüpfungen erstellen
DownloadProgramm in Geräte laden
DiagnoseBusmeldungen analysieren

Typische Funktionen

FunktionSensorAktor
Licht schaltenTasterSchaltaktor
Licht dimmenTaster langDimmaktor
JalousieTaster doppeltJalousieaktor
HeizungRaumthermostatHeizungsaktor
PräsenzBewegungsmelderSchaltaktor
SzenenSzenentasterAlle Aktoren

Integration

SystemSchnittstelle
SprachsteuerungKNX-IP-Gateway
Smartphone-AppKNX-IP-Router
HeizungsanlageKNX-Heizungsschnittstelle
PhotovoltaikEnergiemanager
AlarmsystemKNX-Alarm-Modul

Schritt-für-Schritt

  1. 1Anforderungsanalyse mit Bauherr
  2. 2Topologie und Verkabelung planen
  3. 3Geräteauswahl und Stückliste
  4. 4Busleitung verlegen
  5. 5Geräte montieren und verdrahten
  6. 6Physikalische Adressen vergeben
  7. 7Applikation in ETS erstellen
  8. 8Programmieren und Testen
  9. 9Dokumentation und Übergabe

Praktische Beispiele

1

Beleuchtungssteuerung EFH

Aufgabe

Ein Einfamilienhaus soll mit KNX-Beleuchtungssteuerung ausgestattet werden.

Lösung

  1. 1Topologie: 1 Linie für gesamtes Haus
  2. 2Sensoren: Tastermodule in jedem Raum
  3. 3Aktoren: Schaltaktoren im Verteiler
  4. 4Busleitung: Sternförmig vom Verteiler
  5. 5Spannungsversorgung: 320 mA für ca. 20 Teilnehmer
  6. 6Funktionen: Schalten, Zentral-Aus, Szenen

Flexible Beleuchtungssteuerung mit Szenenfunktion.

Normative Grundlagen

DIN EN 50090: KNX-Standard

DIN VDE 0829: Installation von Bus-Systemen

ISO/IEC 14543: Gebäudeautomation (internationaler Standard)

Wichtige Festlegungen:

  • Bustopologie
  • Verkabelungsregeln
  • Spannungsversorgung
  • Adressierungsschema

Häufige Fehler vermeiden

  • ✗Busleitung parallel zur Netzleitung
  • ✗Spannungsversorgung zu klein dimensioniert
  • ✗Linienlänge überschritten
  • ✗Physikalische Adressen doppelt vergeben
  • ✗Kein Backup der ETS-Projekte
  • ✗Unzureichende Dokumentation

Zusammenfassung

KNX-Hausautomation – Zusammenfassung:

Systemstruktur:

  • Sensoren (Taster, Melder)
  • Aktoren (Schalten, Dimmen)
  • Systemgeräte (Versorgung)

Busleitung:

  • YCYM 2×2×0,8 mm
  • Max. 1.000 m Länge
  • 64 Teilnehmer pro Linie

Adressierung:

  • Physikalisch: 1.1.5
  • Gruppe: 1/2/10

Häufig gestellte Fragen

KNX ist teurer als konventionelle Installation. Faustformel: ca. 10-15% Mehrkosten für ein gut ausgestattetes EFH. Die Kosten variieren stark nach Ausstattung. Der Mehrwert liegt in Flexibilität, Komfort und Energieeinsparung. Die ETS-Lizenz kostet zusätzlich (ca. 1.000 €).

Technisch ja, aber es erfordert Fachwissen und die kostenpflichtige ETS-Software. Für die Installation ist ohnehin ein Elektrofachbetrieb erforderlich. Viele Hausbesitzer lassen sich aber in die ETS einweisen, um später kleine Änderungen selbst vornehmen zu können.

Bei Ausfall der Busspannung oder Kommunikationsproblemen verhalten sich die Geräte unterschiedlich: Schaltaktoren halten ihren letzten Zustand. Jalousieaktoren stoppen. Die herstellerspezifischen Einstellungen sind oft parametrierbar (Verhalten bei Busspannungsausfall).

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