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Praxis-LeitfädenFortgeschritten

KNX Grundlagen – Einführung in die Bustechnik

Grundlagen des KNX-Bussystems: Topologie, Adressierung, Programmierung und Planung. Für Elektrofachkräfte in der Gebäudeautomation.

18 Min. LesezeitAktualisiert: 06.02.2026

Formelübersicht

Max. LinienlängeL_max = 1000 m

Summe aller Bussegmente einer Linie

L_max=Maximale Linienlänge
Max. Geräte pro LinieN_max = 64 Teilnehmer

Inkl. Koppler und Repeater

N_max=Maximale Teilnehmerzahl

Einführung

KNX ist der weltweit führende Standard für intelligente Gebäudeautomation. Als offener, herstellerübergreifender Standard nach EN 50090 und ISO/IEC 14543 ermöglicht KNX die Integration von Beleuchtung, Beschattung, Heizung, Klima und Sicherheit in einem einheitlichen System.

Im Vergleich zur konventionellen Installation ersetzt KNX die starre Verdrahtung durch flexible Kommunikation über ein Buskabel. Änderungen erfolgen per Software statt Neuverkabelung.

KNX-Topologie

EbeneBezeichnungMax. ElementeBeschreibung
LinieTP-Segment64 TeilnehmerGrundbaustein, ein Netzteil
Bereich15 Linien960 GeräteÜber Linienkoppler verbunden
Backbone15 Bereiche14.400 GeräteBereichskoppler am Backbone

Physikalische Eigenschaften

EigenschaftWertNorm
Busspannung29 V DC (±2 V)EN 50090
Baudrate9600 bit/sKNX-TP
BusleitungJ-Y(St)Y 2×2×0,8 mm (grün)-
Max. Linienlänge1000 m-
Max. Entfernung Gerät-Gerät700 m-
Max. Entfernung PSU-Gerät350 m-

Adressierung

Physikalische Adresse

Format: Bereich.Linie.Teilnehmer (z.B. 1.1.15)

  • Bereich: 1-15
  • Linie: 1-15 (0 = Backbone)
  • Teilnehmer: 1-255

Gruppenadresse

Format: Haupt-/Mittel-/Untergruppe (z.B. 1/2/5)

  • Dreistellig: 0-31/0-7/0-255
  • Zweistellig: 0-31/0-2047

Gerätetypen

TypFunktionTypische Geräte
SensorEingabeTaster, Bewegungsmelder, Temperaturfühler
AktorAusgabeSchaltaktor, Dimmer, Jalousieaktor
SystemgerätInfrastrukturNetzteil, Koppler, USB-Schnittstelle
LogikgerätVerknüpfungZeitschaltuhr, Logikmodul

Schritt-für-Schritt

  1. 1Anforderungen erfassen (Funktionsliste erstellen)
  2. 2Topologie planen (Linien, Bereiche festlegen)
  3. 3Geräteauswahl nach Funktion und Hersteller
  4. 4Buslängen und Stromaufnahme prüfen
  5. 5Elektrische Installation der Busleitung
  6. 6Geräte montieren und mit Bus verbinden
  7. 7Inbetriebnahme mit ETS-Software
  8. 8Physikalische Adressen zuweisen
  9. 9Gruppenadressen und Parameter konfigurieren
  10. 10Funktionsprüfung und Dokumentation

Praktische Beispiele

1

Einfamilienhaus KNX-Linie

Aufgabe

Stromaufnahme und Netzteil für 32 Geräte berechnen.

Lösung

  1. 112 Taster × 8 mA = 96 mA
  2. 28 Schaltaktoren × 12 mA = 96 mA
  3. 36 Dimmaktoren × 20 mA = 120 mA
  4. 46 Jalousieaktoren × 12 mA = 72 mA
  5. 5Gesamt: 384 mA + 20% Reserve = 461 mA

640 mA Netzteil erforderlich

Häufige Fehler vermeiden

  • ✗Ring-Topologie (bei KNX verboten)
  • ✗Mehr als 64 Geräte pro Linie
  • ✗Netzteil ohne Drossel verwendet
  • ✗Buslänge über 1000 m
  • ✗Physikalische Adresse doppelt vergeben
  • ✗Gruppenadressen nicht dokumentiert

Zusammenfassung

KNX – Zusammenfassung:

MerkmalStandard KNX TP
MediumTwisted Pair (J-Y(St)Y)
Spannung29 V DC
Max. Geräte/Linie64
Max. Linienlänge1000 m
ProgrammierungETS (Engineering Tool Software)

Praxishinweis: Sorgfältige Planung der Topologie und Adressierung vor der Installation spart Zeit bei der Inbetriebnahme.

Häufig gestellte Fragen

Ja, jede KNX-Linie benötigt ein eigenes Netzteil mit integrierter Drossel. Das Netzteil darf nur diese eine Linie versorgen. Bei Linienteilung mittels Koppler: Jede Seite benötigt ggf. ein eigenes Netzteil.

Die ETS (Engineering Tool Software) der KNX Association ist der Standard für Inbetriebnahme und Programmierung. Sie enthält die Produktdatenbanken aller zertifizierten Hersteller. Lite-Version für kleine Projekte verfügbar.

Ja, alle KNX-zertifizierten Geräte sind kompatibel. Das ist ein Hauptvorteil des offenen Standards. Achten Sie auf das KNX-Logo als Qualitätsmerkmal.

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