Wohnungs-Lastberechnung

Berechnen Sie die elektrische Anschlussleistung für Wohnungen nach DIN 18015-1. Mit Ausstattungswerten 1-3, Großverbrauchern und Hausanschluss-Dimensionierung.

Wohnungs-Lastberechnung nach DIN 18015-1

Die DIN 18015-1 definiert Mindestanforderungen für elektrische Anlagen in Wohngebäuden. Die Lastberechnung ermittelt die erforderliche Absicherung basierend auf Wohnfläche, Ausstattungsgrad und Großverbrauchern.

Ausstattungswerte nach DIN 18015-1

AusstattungswertAbsicherungAnzahl StromkreiseBeschreibung
1 (Mindest)35 A5-8Mindestausstattung, Altbau
2 (Standard)50 A9-12Standardneubau
3 (Komfort)63 A13+Erhöhte Anforderungen

Berechnungsformel

Pwohnung = Pbasis + ΣPgroßverbraucher × gi

Pbasis = f(Wohnfläche, Ausstattungswert)
gi     = Gleichzeitigkeitsfaktor je Verbraucher

Basisleistung nach Wohnfläche

WohnflächeAusstattung 1Ausstattung 2Ausstattung 3
bis 50 m²4,6 kW7,4 kW10,4 kW
51-75 m²6,9 kW11,1 kW14,0 kW
76-100 m²9,2 kW14,8 kW17,6 kW
101-125 m²10,8 kW17,3 kW20,4 kW
126-150 m²12,0 kW19,2 kW22,4 kW
über 150 m²13,8 kW22,1 kW25,6 kW

Großverbraucher Zuschläge

VerbraucherLeistungFaktor gZuschlag effektiv
Elektroherd9 kW0,6+5,4 kW
Durchlauferhitzer21 kW1,0+21 kW
Wärmepumpe12 kW0,9+10,8 kW
Wallbox 11 kW11 kW0,8+8,8 kW
Sauna9 kW0,5+4,5 kW
Klimaanlage3 kW0,6+1,8 kW

Anwendungsbereiche

  • Neubauprojekte – Festlegung des Ausstattungswertes vor Elektroplanung
  • Altbau-Modernisierung – Prüfung ob 35-A-Anschluss noch ausreicht
  • Wärmepumpen-Einbau – Kapazitätsprüfung und Anschlusserweiterung
  • E-Mobilität – Wallbox-Integration in bestehende Installation
  • Mietwohnungsbau – Dimensionierung nach Mindeststandard
  • Einreichung beim Netzbetreiber – Berechnungsnachweis für Hausanschluss

Häufig gestellte Fragen

Für ein Einfamilienhaus mit Wärmepumpe empfiehlt sich mindestens Ausstattungswert 2 (50 A). Wenn zusätzlich eine Wallbox und weitere Großverbraucher geplant sind, ist Ausstattungswert 3 (63 A) die bessere Wahl. Mit intelligentem Lastmanagement kann ggf. ein 50-A-Anschluss ausreichen, aber 63 A bietet Zukunftssicherheit für weitere Elektrifizierung.

Technisch ist dies möglich, erfordert aber eine sorgfältige Lastberechnung. Ein 21-kW-Durchlauferhitzer + 11-kW-Wallbox ergeben bei gleichzeitigem Betrieb über 30 kW – das übersteigt einen 35-A-Anschluss deutlich. Lösungen: (1) Lastmanagement mit Priorisierung, (2) Erweiterung auf 63 A, (3) Warmwasser über Speicher statt Durchlauferhitzer. Sprechen Sie mit Ihrem Netzbetreiber.

Die Anzahl richtet sich nach Wohnfläche und Ausstattungswert. Faustregeln: Bis 50 m² mindestens 5 Kreise (Wert 1) oder 9 Kreise (Wert 2). Je 20 m² zusätzlich 1-2 weitere Kreise. Für einen 100-m²-Neubau mit Ausstattungswert 2 werden typischerweise 11-12 Endstromkreise plus Großverbraucher-Anschlüsse geplant.

Die Kosten variieren stark je nach Netzbetreiber und örtlichen Gegebenheiten. Richtwerte: Nur Zähleranpassung (wenn Leitung ausreicht): 200-500 €. Mit Leitungsneuverlegung: 1.500-4.000 €. Empfehlung: Zuerst Voranfrage beim Netzbetreiber stellen – diese ist meist kostenlos und gibt verbindliche Auskunft über Aufwand und Kosten.

Bei wesentlicher Änderung der Elektroanlage muss die Einhaltung der aktuellen DIN 18015-1 geprüft werden. Wird nur ein Teil erneuert (z.B. neuer Herd), kann Bestandsschutz gelten. Bei Komplettsanierung mit Neuinstallation aller Stromkreise sollte mindestens Ausstattungswert 1 erreicht werden. Die Entscheidung trifft im Zweifel der Elektrofachbetrieb.