Geräteleistung-Rechner

Berechnen Sie Wirkleistung (kW), Scheinleistung (kVA) und Blindleistung (kvar) für elektrische Geräte. Mit Leistungsfaktor cos φ und IE-Wirkungsgraden.

Leistungsberechnung elektrischer Geräte

Die elektrische Leistung setzt sich aus drei Komponenten zusammen, die im Leistungsdreieck verbunden sind.

Das Leistungsdreieck

         S (Scheinleistung, kVA)
        /|
       / |
      /  |
     /   | Q (Blindleistung, kvar)
    /    |
   /_____|
     P (Wirkleistung, kW)

Formeln:
S = √(P² + Q²)
cos φ = P / S
Q = P × tan φ

Leistungsarten

ArtSymbolEinheitBedeutung
WirkleistungPkWNutzbare Leistung, verrichtet Arbeit
BlindleistungQkvarPendelt zwischen Netz und Verbraucher
ScheinleistungSkVAVom Netz gelieferte Gesamtleistung

Leistungsfaktor cos φ nach Verbrauchertyp

Gerätetypcos φ typischBemerkung
Glühlampe, Heizung1,0Rein ohmsch
LED-Leuchten0,9 – 0,95Mit PFC
Elektromotor0,7 – 0,85Induktiv
Frequenzumrichter0,95 – 0,98Korrigiert
Schweißgerät0,5 – 0,7Ohne Kompensation
Computer, Server0,95 – 0,99Mit PFC
Leuchtstofflampe (KVG)0,5 – 0,6Unkompensiert

Wirkungsgrad-Klassen für Motoren

KlasseBezeichnungη bei 7,5 kWEU-Mindestanforderung
IE1Standard~82%Nicht mehr zulässig
IE2Hoch~85%FU-Betrieb ab 0,75 kW
IE3Premium~89%Direktanlauf ab 0,75 kW
IE4Super Premium~92%Ab 2023 für >75 kW

Anwendungsbereiche

  • Motorauslegung und Dimensionierung der Zuleitung
  • Berechnung der Stromaufnahme aus Leistungsdaten
  • Blindleistungskompensation planen (Kondensatorbatterien)
  • Scheinleistung für Trafodimensionierung ermitteln
  • Energieeffizienz-Analyse beim Ersatz alter Motoren
  • Umrechnung zwischen kW und kVA

Häufig gestellte Fragen

kW (Kilowatt) ist die Wirkleistung – die Leistung, die tatsächlich Arbeit verrichtet (Motor dreht, Heizung erwärmt). kVA (Kilovoltampere) ist die Scheinleistung – die Leistung, die das Netz bereitstellen muss. Bei rein ohmschen Verbrauchern (Heizung) sind beide gleich. Bei induktiven Verbrauchern (Motoren) ist kVA > kW wegen der Blindleistung. Beispiel: Motor mit 10 kW und cos φ = 0,8 benötigt 12,5 kVA vom Netz.

Ein niedriger Leistungsfaktor bedeutet höhere Ströme für die gleiche Nutzleistung. Konsequenzen: (1) Höhere Verluste in Kabeln (I²R), (2) größere Kabel- und Sicherungsquerschnitte nötig, (3) bei Gewerbe/Industrie Strafgebühren vom EVU bei cos φ < 0,9. Blindleistungskompensation mit Kondensatoren kann den Leistungsfaktor verbessern. Moderne Netzteile haben oft Power Factor Correction (PFC).

IE3 (Premium) ist eine Wirkungsgrad-Effizienzklasse nach IEC 60034-30. Ein IE3-Motor mit 7,5 kW hat etwa 89% Wirkungsgrad, d.h. von 8,4 kW elektrischer Leistung werden 7,5 kW als mechanische Wellenleistung abgegeben, 0,9 kW sind Verluste. Seit 2017 sind IE3-Motoren für die meisten Anwendungen in der EU Pflicht. Höhere Klassen (IE4, IE5) erreichen noch bessere Wirkungsgrade.

Für Drehstrom: I = P / (√3 × U × cos φ × η). Beispiel: 7,5 kW Motor, 400 V, cos φ = 0,85, η = 0,89 → I = 7500 / (1,732 × 400 × 0,85 × 0,89) = 14,3 A. Für Einphasenstrom: I = P / (U × cos φ × η). Merke: Die Scheinleistung S = U × I (einphasig) oder S = √3 × U × I (dreiphasig).

Kompensation ist wirtschaftlich sinnvoll, wenn: (1) Der Gesamtleistungsfaktor unter 0,9 liegt und (2) der Netzbetreiber Blindleistungsgebühren erhebt. In der Industrie amortisieren sich Kompensationsanlagen oft in 1-3 Jahren. Die Kompensation kann zentral (am Trafo), gruppiert (je Verteiler) oder dezentral (am Motor) erfolgen. Zu hohe Kompensation (cos φ > 1) kann bei bestimmten Netzkonstellationen problematisch sein.