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Startseite/Rechner/Schutzberechnung/FI-Schutzschalter-Auswahl

FI-Schutzschalter-Auswahl

Berechnen Sie den erforderlichen RCD (Fehlerstromschutzschalter) nach VDE 0100-410. Mit Typ-Auswahl, Ableitstrom und maximaler Stromkreiszahl.

Berechnung

Eingabewerte

Typisch 3.5 mA pro Stromkreis

Für Abschaltzeit-Prüfung

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Was ist FI-Schutzschalter-Auswahl?

Berechnen Sie den erforderlichen RCD (Fehlerstromschutzschalter) nach VDE 0100-410. Mit Typ-Auswahl, Ableitstrom und maximaler Stromkreiszahl.

FI-Schutzschalter (RCD) nach VDE 0100-410

Der RCD (Residual Current Device) schützt Menschen vor gefährlichen Körperströmen durch Fehlerstrom gegen Erde. Er erkennt die Differenz zwischen hin- und rückfließendem Strom und schaltet bei Überschreitung seines Bemessungsfehlerstroms IΔn ab.

RCD-Typen und Fehlerstromarten

TypErkenntEinsatzNorm
ACNur Wechselfehlerströme⚠️ Nicht mehr empfohlen–
AAC + pulsierende DCStandard (Wohnung, Gewerbe)IEC 61008/61009
A-EV+ DC 6 mA ErkennungWallboxen mit integriertem DC-SchutzIEC 62955
F+ hochfrequente FehlerFrequenzumrichter, WärmepumpenIEC 62423
B+ glatte GleichfehlerströmePV-Anlagen, MedizintechnikIEC 62423
B++ hohe Frequenzen (> 1 kHz)USV, spezielle IndustrieanwendungenIEC 62423

Bemessungsfehlerströme IΔn

IΔnSchutzartAnwendung
10 mAPersonenschutz (erhöht)Badezimmer, Schwimmbäder
30 mAPersonenschutzAlle Steckdosen ≤ 32 A
100 mAZusatzschutzBrandschutz in Sonderbauten
300 mABrandschutzVerteilerstromkreise
500 mABrandschutzNur noch Altbestand

Ableitstrom-Berechnung

Summe der Ableitströme ≤ 0,3 × IΔn (30%-Regel)

Bei IΔn = 30 mA: max. Ableitstrom 9 mA
Typ. Ableitstrom pro Stromkreis: 2–4 mA
→ Max. 2–4 Stromkreise pro 30-mA-RCD
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Anwendungsbereiche

  • Planung von Wohnungs- und Gewerbeunterverteilungen
  • RCD-Auswahl für Wallbox- und PV-Installationen
  • Fehlerstrom-Koordination in Verteilersystemen
  • Umbau und Erweiterung bestehender Anlagen
  • Sonderinstallationen (Bad, Außenbereich, Medizin)
  • Ableitstrom-Analyse bei häufigen Fehlauslösungen

Häufig gestellte Fragen

Die Summe aller Ableitströme der nachgeschalteten Stromkreise darf maximal 30% des Bemessungsfehlerstroms (IΔn) betragen. Bei einem 30-mA-RCD also max. 9 mA. Jeder Stromkreis hat typisch 2–4 mA Ableitstrom (durch Filterkapazitäten in Elektronikgeräten). Daher maximal 2–4 Kreise pro RCD. Zu viele Kreise führen zu häufigen Fehlauslösungen, besonders bei Gewitter oder beim Einschalten vieler Geräte gleichzeitig.

Moderne Wallboxen mit integrierter DC-Fehlerstromerkennung (nach IEC 62955) benötigen nur einen vorgeschalteten RCD Typ A oder A-EV. Ältere Wallboxen ohne DC-Erkennung erfordern einen RCD Typ B (ca. 200–400 € teurer). Prüfen Sie das Datenblatt der Wallbox: Wenn „DC 6 mA Erkennung integriert" steht, reicht Typ A. Im Zweifelsfall Typ B wählen.

Die Prüftaste sollte monatlich vom Nutzer betätigt werden – der RCD muss sofort auslösen. Die messtechnische Prüfung (Auslösezeit und -strom) erfolgt nach DGUV Vorschrift 3: Alle 4 Jahre bei gewerblichen Anlagen, alle 10 Jahre bei Wohngebäuden (empfohlen). Bei der messtechnischen Prüfung wird mit 1× IΔn und 5× IΔn getestet: Auslösezeit ≤ 300 ms bzw. ≤ 40 ms.

Ein RCD (Fehlerstromschutzschalter) erkennt nur Fehlerströme und schützt mehrere nachgeschaltete LS-Schalter. Ein RCBO (Residual Current Circuit Breaker with Overcurrent Protection) kombiniert RCD + LS in einem Gerät. Vorteile RCBO: Bei Fehlerstrom wird nur ein Stromkreis abgeschaltet (nicht alle am RCD). Nachteil: Teurer und braucht mehr Platz pro Stromkreis.

Nach VDE 0100-420 wird ein AFDD (Arc Fault Detection Device) empfohlen für: Räume mit Schlafgelegenheiten, holzverarbeitende Betriebe, Alten- und Pflegeheime, Kindergärten. Der AFDD erkennt Störlichtbögen (serie und parallel), die weder ein RCD noch ein LS detektieren kann. Ein AFDD ersetzt keinen RCD – beide werden kombiniert eingesetzt.

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