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Überspannungsschutz

Ermitteln Sie die erforderlichen SPD-Typen (1, 2, 3) und den Schutzpegel für Ihre Installation nach VDE 0100-443/534. Mit Blitzschutzklasse und Netzform.

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Eingabewerte

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Was ist Überspannungsschutz?

Ermitteln Sie die erforderlichen SPD-Typen (1, 2, 3) und den Schutzpegel für Ihre Installation nach VDE 0100-443/534. Mit Blitzschutzklasse und Netzform.

Überspannungsschutz (SPD) – Auswahl und Dimensionierung

Überspannungs-Schutzeinrichtungen (SPD – Surge Protective Devices) schützen elektrische Anlagen und empfindliche Geräte vor transienten Überspannungen. Diese können durch Blitzentladungen, Schalthandlungen im Netz oder elektrostatische Entladungen entstehen.

SPD-Typen im Überblick

TypPrüfklasseSchutz vorEinbauortAbleitvermögen
Typ 1Klasse I (10/350 µs)Direkter BlitzeinschlagHauptverteiler / Übergabepunkt≥ 12,5 kA
Typ 2Klasse II (8/20 µs)Induzierte ÜberspannungUnterverteiler≥ 5 kA
Typ 3Klasse III (1,2/50 µs)Restspannung / FeinschutzSteckdose / Endgerät≥ 1,5 kA

Schutzpegel Up (Voltage Protection Level)

Der Schutzpegel gibt die maximale Spannung an, die das SPD im Ableitfall durchlässt:

  • Typ 1: Up ≤ 4 kV (Grobschutz)
  • Typ 2: Up ≤ 1,5 kV (Mittelschutz)
  • Typ 3: Up ≤ 0,8 kV (Feinschutz für empfindliche Elektronik)

Pflicht nach VDE 0100-443

Seit Oktober 2016 ist der Überspannungsschutz in fast allen Neuinstallationen Pflicht. Die Norm VDE 0100-443 schreibt SPDs vor bei:

  • Gebäuden mit äußerem Blitzschutz
  • Freileitung als Stromversorgung
  • Installationen mit wichtigen oder empfindlichen Geräten (EDV, Medizintechnik)
  • Gebäuden in ländlichen Gebieten mit erhöhtem Blitzeinschlagsrisiko

Koordination: Kaskadenschutz

Für optimalen Schutz werden die SPD-Typen kaskadiert eingesetzt. Zwischen Typ 1 und Typ 2 muss ein Mindestabstand von 10 m Leitungslänge eingehalten werden, alternativ kann eine Koordinationsdrossel verwendet werden.

Anwendungsbereiche

  • Planung von Neuinstallationen nach VDE 0100-443
  • Nachrüstung von Überspannungsschutz in Bestandsanlagen
  • Schutz von EDV- und Serveranlagen
  • Photovoltaik-Anlagen (DC- und AC-seitig)
  • Gebäudeautomation und KNX-Systeme
  • Medizintechnik und Laborinstallationen

Häufig gestellte Fragen

Seit Oktober 2016 ist nach VDE 0100-443 der Einbau von SPDs in fast allen Neuinstallationen Pflicht. Dies gilt insbesondere bei Freileitungseinspeisung, vorhandenem Blitzschutz oder empfindlichen Verbrauchern. Auch bei Bestandsanlagen wird eine Nachrüstung empfohlen, wenn wertvolle Elektronik oder sicherheitsrelevante Systeme vorhanden sind.

Typ 1 (Blitzstromableiter) schützt gegen direkte Blitzeinschläge mit der Prüfwelle 10/350 µs und wird am Gebäudeeintritt montiert. Typ 2 (Überspannungsableiter) schützt gegen induzierte Überspannungen mit 8/20 µs im Unterverteiler. Typ 3 (Feinschutz) reduziert die Restspannung am Endgerät auf unter 0,8 kV. Für optimalen Schutz werden alle drei Stufen kaskadiert eingesetzt.

PV-Anlagen benötigen sowohl DC-seitige als auch AC-seitige SPDs. DC-seitig wird ein Typ 2 SPD mit UC ≥ 1,5 × UOC (Leerlaufspannung) am Wechselrichtereingang montiert. AC-seitig erfolgt der Schutz gemäß VDE 0100-443/534. Bei äußerem Blitzschutz ist zusätzlich ein Typ 1 SPD erforderlich.

Die Koordination stellt sicher, dass jede SPD-Stufe nur den ihr zugedachten Energieanteil ableitet. Zwischen Typ 1 und Typ 2 muss eine Leitungslänge von mindestens 10 m oder eine Koordinationsdrossel (1 µH/m) vorgesehen werden. Die Koordination wird vom SPD-Hersteller geprüft und zertifiziert.

SPDs müssen mindestens jährlich einer Sichtprüfung unterzogen werden. Viele moderne SPDs haben eine integrierte Zustandsanzeige (grün/rot) oder einen Fernmeldekontakt. Nach jedem Blitzereignis sollte eine Funktionsprüfung erfolgen. Der Austausch ist erforderlich, wenn die Statusanzeige auf defekt steht oder das Ableitvermögen erschöpft ist.

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