Wählen Sie den richtigen Leitungsschutzschalter nach VDE 0100-430. Mit Charakteristik B/C/D, Stromkoordination und Schaltvermögen-Prüfung.
Wählen Sie den richtigen Leitungsschutzschalter nach VDE 0100-430. Mit Charakteristik B/C/D, Stromkoordination und Schaltvermögen-Prüfung.
Leitungsschutzschalter (MCB – Miniature Circuit Breaker) sind die Standard-Schutzgeräte in Niederspannungsinstallationen. Sie vereinen thermischen Überlastschutz (Bimetall) und elektromagnetischen Kurzschlussschutz in einem kompakten Gerät.
I_B ≤ I_N ≤ I_Z und I₂ ≤ 1,45 × I_Z
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| Symbol | Bedeutung | Beispiel |
|---|---|---|
| I_B | Betriebsstrom (Dauerlast) | 12 A Steckdosenkreis |
| I_N | Nennstrom LS-Schalter | 16 A |
| I_Z | Belastbarkeit der Leitung | 24 A (2,5 mm² Cu, C) |
| I₂ | Konventioneller Auslösestrom | 1,45 × I_N |
| Typ | Magnetauslöser | Typische Anwendung | Beispiel |
|---|---|---|---|
| B | 3–5 × In | Ohmsche Lasten, Hausinstallation | Steckdosen, LED-Beleuchtung |
| C | 5–10 × In | Motoren, Trafos, gemischte Lasten | Motorabgänge, USV |
| D | 10–20 × In | Sehr hohe Einschaltströme | Schweiß-Trafos, Kompressoren |
| K | 8–14 × In | Motorschutz (spezial) | DOL-Motors, Aufzüge |
1 - 2 - 3 - 4 - 6 - 10 - 13 - 16 - 20 - 25 - 32 - 40 - 50 - 63 A
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| Einsatzort | Min. Icu | Empfohlen |
|---|---|---|
| Wohnung (nach Zähler) | 6 kA | 6 kA |
| Gewerbe | 6 kA | 10 kA |
| Industrie netznahe | 10 kA | 25 kA |
| Direkt nach Trafo | 25 kA | 50 kA |
Charakteristik B (3–5× In) für rein ohmsche Lasten wie Steckdosen, Heizungen und LED-Beleuchtung, wo keine nennenswerten Einschaltströme auftreten. Charakteristik C (5–10× In) bei Lasten mit höheren Einschaltströmen wie Motoren, Transformatoren, Leuchtstofflampen mit KVG oder USV-Anlagen. Bei LED-Treibern mit hohem Einschaltstrom kann ebenfalls C erforderlich sein.
Das Bemessungskurzschluss-Schaltvermögen (Icu) gibt den maximalen Kurzschlussstrom an, den der LS sicher abschalten kann. Standard: 6 kA für Hausinstallationen, 10 kA für Gewerbe. Bei Einbau nah am Transformator (hoher Kurzschlussstrom) kann 25 kA oder mehr erforderlich sein. Prüfen Sie den prospektiven Kurzschlussstrom am Einbauort oder verwenden Sie eine Vorsicherung zum Back-up-Schutz.
Mögliche Ursachen: (1) Überlast – Gesamtstrom des Stromkreises wird beim Einschalten mehrerer Geräte überschritten. (2) Falsche Charakteristik – B statt C bei Motoren/LED-Treibern. (3) Defekter LS – nach häufigem Auslösen kann das Bimetall ermüden. (4) Lose Klemmverbindung – Übergangswiderstand erzeugt Wärme. (5) Tatsächlicher Fehler – Isolationsschaden oder Kurzschluss in der Leitung.
Volle Selektivität zwischen LS und vorgeschalteter Sicherung wird durch Vergleich der Auslösekennlinien erreicht. Faustregel: Vorsicherung mit mindestens 1,6-fachem Nennstrom des LS (z. B. gG 25A vor LS B16A). Die Hersteller bieten Selektivitätstabellen an, die den maximal selektiven Kurzschlussstrom Is angeben.
Ja, nach VDE 0100-410 müssen alle Steckdosenstromkreise bis 32 A in Neuinstallationen zusätzlich durch einen RCD 30 mA geschützt werden. Der LS schützt die Leitung, der RCD die Person. Alternativ kann ein RCBO (FI/LS-Kombination) verwendet werden, der beide Funktionen in einem Gerät vereint.