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Sicherungs-Dimensionierung

Dimensionieren Sie Schmelzsicherungen nach VDE 0636. Mit gG-, aM- und gR-Typen, NH-Baugrößen und D-Sicherungen. Nennstrom und Auslösekurven.

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Was ist Sicherungs-Dimensionierung?

Dimensionieren Sie Schmelzsicherungen nach VDE 0636. Mit gG-, aM- und gR-Typen, NH-Baugrößen und D-Sicherungen. Nennstrom und Auslösekurven.

Schmelzsicherungen nach VDE 0636

Schmelzsicherungen schützen elektrische Leitungen und Betriebsmittel durch irreversibles Schmelzen des Schmelzleiters bei Überstrom. Sie sind die älteste und nach wie vor am weitesten verbreitete Schutzeinrichtung in Verteilern und Schaltanlagen.

Sicherungstypen und Einsatzgebiete

TypBezeichnungSchutzbereichAnwendung
gGGanzbereich AllgemeinÜberlast + KurzschlussKabel- und Leitungsschutz
aMAnlaufbereich MotorNur KurzschlussMotorabgänge (mit Motorschutzrelais)
gRGanzbereich HalbleiterÜberlast + KurzschlussHalbleiterschutz (Thyristoren, Dioden)
gTrGanzbereich TrafoÜberlast + KurzschlussTransformator-Primärschutz
aRAnlaufbereich HalbleiterNur KurzschlussSchneller Halbleiterschutz

NH-Sicherungen (Niederspannungs-Hochleistung)

BaugrößeMax. NennstromMaße (B × H)Typischer Einbau
NH 000100 A45 × 62 mmUnterverteiler
NH 00160 A45 × 80 mmVerteiler
NH 0160 A75 × 80 mmHauptverteiler
NH 1250 A80 × 109 mmHauptverteiler
NH 2400 A80 × 149 mmSchaltanlagen
NH 3630 A80 × 185 mmHauptzuleitung
NH 4a1250 A110 × 240 mmTrafo-Abgang

D-Sicherungen (Diazed/Neozed)

GrößeNennströmeAnwendung
DII (E27)2–25 AWohnungsverteiler
DIII (E33)35–63 AUnterverteiler
Neozed D012–16 AZählerplatz
Neozed D0220–63 AVorsicherung
Neozed D0380–100 AHauptsicherung

Auswahlregel

I_B ≤ I_N ≤ I_Z
Klicken zum Kopieren
  • I_B = Betriebsstrom
  • I_N = Nennstrom der Sicherung
  • I_Z = Belastbarkeit der Leitung

Anwendungsbereiche

  • Hauptsicherungen in Haupt- und Unterverteilern
  • Motorabgänge mit aM-Sicherungen
  • Transformator-Primärschutz mit gTr oder gG
  • Vorsicherungen für Leitungsschutzschalter
  • Halbleiterschutz in Frequenzumrichtern
  • Selektivitätskonzept mit gestaffelten Sicherungen

Häufig gestellte Fragen

gG-Sicherungen schützen gegen Überlast UND Kurzschluss und werden für allgemeinen Leitungsschutz eingesetzt. aM-Sicherungen schützen NUR gegen Kurzschluss und werden in Motorstromkreisen verwendet, wo der Überlastschutz durch ein separates Motorschutzrelais (Bimetall oder elektronisch) erfolgt. aM-Sicherungen lassen hohe Anlaufströme (5–8× In) zu, ohne auszulösen.

Der 5-Sekunden-Wert (I₅s) gibt den Strom an, bei dem die Sicherung innerhalb von 5 Sekunden auslöst. Bei gG-Sicherungen beträgt dieser ca. 5× Nennstrom. Dieser Wert ist wichtig für die Motoranlaufprüfung: Der Anlaufstrom des Motors muss unter dem 5s-Wert der Sicherung liegen, damit sie während des Anlaufs nicht auslöst.

Selektivität bedeutet, dass im Fehlerfall nur die dem Fehler nächste Sicherung auslöst. Bei gG-Sicherungen wird dies durch ein Nennstromverhältnis von mindestens 1:1,6 zwischen vor- und nachgeschalteter Sicherung erreicht (z. B. 100 A vor 63 A). Bei aM-Sicherungen gelten andere Regeln, da deren Auslösecharakteristik verschieden ist.

Das Bemessungsausschaltvermögen gibt den maximalen Kurzschlussstrom an, den die Sicherung sicher abschalten kann. NH-Sicherungen haben typisch 120 kA bei 400 V AC. Das ist deutlich höher als bei LS-Schaltern (6–10 kA). Deshalb werden NH-Sicherungen oft als Vorsicherung für LS-Schalter eingesetzt, um deren Ausschaltvermögen zu erhöhen (Back-up-Schutz).

NH-Sicherungseinsätze dürfen grundsätzlich nur im spannungsfreien Zustand gewechselt werden. Für den Wechsel unter Last sind spezielle NH-Sicherungslastschaltleisten erforderlich, die einen Schaltlichtbogen sicher löschen. Beim Wechsel muss immer persönliche Schutzausrüstung (PSA) mit Lichtbogenschutz (Gesichtsschutz, isolierende Handschuhe) getragen werden.

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