Widerstandsarten, Farbcode-Tabelle und praktische Anwendung in der Elektrotechnik.
8 Min. LesezeitAktualisiert: 06.02.2026
Formelübersicht
Ohmsches GesetzR = U / I
Widerstand aus Spannung und Strom
R=Widerstand in Ohm (Ω)U=Spannung in Volt (V)I=Strom in Ampere (A)
VerlustleistungP = I² × R
Wärmeleistung im Widerstand
P=Leistung in Watt (W)I=Strom in Ampere (A)R=Widerstand in Ohm (Ω)
Einführung
Widerstände sind die grundlegendsten passiven Bauelemente der Elektrotechnik. Sie begrenzen Ströme, teilen Spannungen und wandeln elektrische Energie in Wärme um.
Dieser Ratgeber erklärt die verschiedenen Widerstandsarten, den Farbcode zur Wertbestimmung und die richtige Auswahl für unterschiedliche Anwendungen.
Der Farbcode
Widerstände werden durch Farbringe codiert. Die häufigsten Systeme sind 4-Ring und 5-Ring.
Ein Widerstand hat die Ringe: Braun-Schwarz-Rot-Gold. Welchen Wert hat er?
Lösung
1Ring 1 (Braun) = 1
2Ring 2 (Schwarz) = 0
3Ring 3 (Rot) = ×100
4Ring 4 (Gold) = ±5%
5Wert: 10 × 100 = 1.000 Ω
1.000 Ω = 1 kΩ mit ±5% Toleranz
2
Vorwiderstand für LED
Aufgabe
Eine rote LED (U_F = 2 V, I_F = 20 mA) soll an 12 V betrieben werden.
Lösung
1Spannungsabfall am Widerstand: U_R = 12 V - 2 V = 10 V
2Strom: I = 20 mA = 0,02 A
3R = U_R / I = 10 V / 0,02 A = 500 Ω
4Nächster E24-Wert: 470 Ω oder 510 Ω
5Verlustleistung: P = 0,02² × 500 = 0,2 W
6Baugröße: 1/4 W reicht aus
470 Ω oder 510 Ω, 1/4 W
Normative Grundlagen
IEC 60063: E-Reihen für Widerstände und Kondensatoren
IEC 60062: Farbcodierung für Festwiderstände
Die Normreihen stellen sicher, dass benachbarte Werte sich gerade so überlappen, dass jeder gewünschte Wert innerhalb der Toleranz erreicht werden kann.
Häufige Fehler vermeiden
✗Farbcode in falscher Richtung gelesen
✗Toleranzring mit Ziffernring verwechselt
✗Verlustleistung unterschätzt (Widerstand wird zu heiß)
✗Toleranz nicht berücksichtigt (bei Präzisionsanwendungen)
✗SMD-Beschriftung falsch interpretiert (103 = 10 kΩ, nicht 103 Ω)
Der Toleranzring (Gold, Silber oder farbig bei Präzisionswiderständen) ist immer am Ende und hat oft etwas mehr Abstand zu den anderen Ringen. Beginnen Sie das Ablesen am gegenüberliegenden Ende. Bei 5-Ring-Widerständen sind die ersten drei Ringe näher beieinander.
Die ersten Ziffern sind der Wert, die letzte Ziffer ist die Anzahl der Nullen. Also: 10 mit 3 Nullen = 10.000 Ω = 10 kΩ. Beispiele: 470 = 47 Ω, 4R7 = 4,7 Ω, 1001 = 1.000 Ω = 1 kΩ.
Präzisionswiderstände (1% oder besser) sind nötig bei: Messbrücken, Spannungsteilern für Referenzspannungen, Verstärkerschaltungen mit definiertem Verstärkungsfaktor, Strommessung (Shunt-Widerstände). Für einfache Strombegrenzung reichen 5%-Widerstände.