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IP-Schutzarten erklärt: Tabelle IP20 bis IP68 nach DIN EN 60529

IP-Schutzarten verständlich erklärt: Bedeutung aller Kennziffern (0–6 Staub, 0–9K Wasser), Vergleichstabelle IP20 bis IP68, Zusatzbuchstaben und Auswahl nach Einsatzort. Mit Praxisbeispielen für Außen, Bad und Industrie.

8 Min. LesezeitAktualisiert: 07.03.2026

Einführung

Die IP-Schutzart (Ingress Protection) gibt an, wie gut ein elektrisches Gerät gegen das Eindringen von Fremdkörpern und Wasser geschützt ist. Die zweistellige Kennzahl nach "IP" beschreibt den Schutzgrad: Die erste Ziffer steht für Fremdkörper, die zweite für Wasser.

Das Verständnis der IP-Schutzarten ist essentiell für die richtige Geräteauswahl – besonders im Außenbereich, in Feuchträumen und industriellen Umgebungen.

Aufbau der IP-Kennzeichnung

IP XY

  • IP = Ingress Protection (Eindringschutz)
  • X = Erste Kennziffer (Schutz gegen Festkörper/Berührung)
  • Y = Zweite Kennziffer (Schutz gegen Wasser)

Wird ein Schutzgrad nicht angegeben, steht dort ein "X" (z.B. IPX4).

IP 6 7 Ingress Protection Staub/ Fremdkörper Wasser- schutz

Erste Kennziffer: Schutz gegen Fremdkörper

ZifferSchutz gegenBedeutung
0Kein Schutz–
1Große Fremdkörper > 50 mmHandrücken
2Mittlere Fremdkörper > 12,5 mmFinger
3Kleine Fremdkörper > 2,5 mmWerkzeuge, Drähte
4Körnige Fremdkörper > 1 mmDrähte, Schrauben
5StaubgeschütztStaub kann in harmloser Menge eindringen
6StaubdichtKein Staubeintritt

Zweite Kennziffer: Schutz gegen Wasser

ZifferSchutz gegenPrüfbedingung
0Kein Schutz–
1TropfwasserSenkrecht fallende Tropfen
2Tropfwasser bis 15°Gehäuse bis 15° geneigt
3SprühwasserWasser bis 60° gegen Senkrechte
4SpritzwasserWasser aus allen Richtungen
5StrahlwasserWasserstrahl aus Düse
6Starkes StrahlwasserStarker Wasserstrahl
7Zeitweiliges Untertauchen30 min in 1m Tiefe
8Dauerhaftes UntertauchenTiefe nach Herstellerangabe
9KHochdruck-/DampfstrahlFür industrielle Reinigung

Typische IP-Schutzarten

SchutzartTypische Anwendung
IP20Trockene Innenräume, Büro
IP40Innenverteilungen, Schaltanlagen
IP44Überdachter Außenbereich, Spritzwasser
IP54Außeninstallation, staubige Umgebung
IP55Strahlwassergeschützt außen
IP65Staubdicht, Strahlwasser
IP66Staubdicht, starkes Strahlwasser
IP67Staubdicht, kurzzeitig untertauchbar
IP68Staubdicht, dauerhaft untertauchbar

Zusatzbuchstaben (optional)

Nach den Ziffern können Zusatzbuchstaben stehen:

BuchstabeBedeutung
AGeschützt gegen Zugang mit Handrücken
BGeschützt gegen Zugang mit Finger
CGeschützt gegen Zugang mit Werkzeug
DGeschützt gegen Zugang mit Draht
HHochspannungsgerät
MPrüfung während Gerätebewegung
SPrüfung im Stillstand
WSpezielle Witterungsbedingungen

Schritt-für-Schritt

  1. 1Einsatzort analysieren (innen/außen, Feuchtigkeit, Staub)
  2. 2Mindest-IP-Schutzart nach VDE bestimmen
  3. 3Bei Unsicherheit: Höhere Schutzart wählen
  4. 4Schutzart auf dem Gerät/Typenschild prüfen
  5. 5Korrekte Montage sicherstellen (Dichtungen, Stopfbuchsen)
  6. 6Bei Öffnungen: IP-Schutz wird durch Kabel reduziert!

Praktische Beispiele

1

Außensteckdose

Aufgabe

Welche IP-Schutzart benötigt eine Steckdose unter dem Carport-Dach?

Lösung

  1. 1Überdachter Außenbereich → Spritzwasser möglich
  2. 2Finger-/Berührungsschutz erforderlich → min. 2
  3. 3Spritzwasserschutz → min. 4
  4. 4Empfohlene Schutzart: IP44
  5. 5Bei starkem Schlagregen: IP54 oder IP55 wählen

Mindestens IP44, bei exponierten Stellen IP54.

2

Badezimmer-Leuchte

Aufgabe

Eine Deckenleuchte soll direkt über der Dusche montiert werden (Zone 1).

Lösung

  1. 1Zone 1 im Bad nach VDE 0100-701
  2. 2Betrieb mit SELV ≤ 12 V AC oder Schutzart IPX5
  3. 3Für 230 V Installation: mindestens IPX5 erforderlich
  4. 4Staubschutz weniger kritisch → erste Ziffer kann 2-4 sein
  5. 5Empfehlung: IP45 oder IP65

Für Zone 1 über der Dusche: Mindestens IPX5, empfohlen IP65.

Normative Grundlagen

DIN EN 60529 (VDE 0470-1): Schutzarten durch Gehäuse (IP-Code)

Die Norm definiert:

  • Prüfverfahren für jede Schutzart
  • Prüfgeräte und Prüfbedingungen
  • Kennzeichnung

Hinweis: IP-Schutz gilt nur für das geschlossene Gehäuse! Bei geöffneten Abdeckungen oder nicht fachgerecht verlegten Kabeln ist der Schutz nicht mehr gewährleistet.

Häufige Fehler vermeiden

  • ✗Schutzart nur für trockenen Betrieb auslegen → Kondenswasser vergessen
  • ✗Gehäuse öffnen und nicht wieder korrekt verschließen
  • ✗Kabeldurchführungen ohne Stopfbuchse/M-Verschraubung
  • ✗IP-Schutz mit Schutzklasse verwechseln (I, II, III)
  • ✗Keine Drainage-Öffnung bei Kondensatbildung vorsehen

Zusammenfassung

Die IP-Schutzart gibt den Schutz gegen Fremdkörper und Wasser an:

IP XY:

  • X: Fremdkörper (0-6)
  • Y: Wasser (0-9K)

Typische Anwendungen:

  • IP20: Trockene Innenräume
  • IP44: Überdachte Außenbereiche
  • IP54-55: Außenbereich
  • IP65-67: Staubdicht + Strahlwasser/Untertauchen

Merke: Höhere Ziffer = besserer Schutz!

Häufig gestellte Fragen

Ja, grundsätzlich. Höhere Ziffern schließen die niedrigeren ein. IP67 (untertauchbar) muss auch IP65 (strahlwasserfest) sein. Einzige Ausnahme: Die Prüfungen für IP6X und IPX7/8 können unterschiedlich sein – im Zweifel Herstellerangaben prüfen.

Das "X" bedeutet, dass keine Prüfung des Fremdkörperschutzes erfolgt ist oder dieser nicht relevant ist. IPX4 schützt gegen Spritzwasser aus allen Richtungen, macht aber keine Aussage über den Staubschutz.

Im Außenbereich mindestens IP44 (spritzwassergeschützt). Für erdnahe Installation oder Rasensprenger-Umgebung: IP55 oder IP65. Für Unterwasser-Teichpumpen: IP68.

IP-SchutzartSchutzgradIP44IP54IP65IP67IP68WasserschutzStaubschutzDIN EN 60529Ingress ProtectionIP-Code

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Referenztabellen

IP-Schutzarten ÜbersichtIK-Stoßfestigkeitsgrade

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