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Blitzschutz-Risikoanalyse

Führen Sie eine Risikoanalyse nach DIN EN 62305-2 durch. Berechnen Sie, ob Ihr Gebäude eine Blitzschutzanlage benötigt und welche LPS-Klasse erforderlich ist.

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Was ist Blitzschutz-Risikoanalyse?

Führen Sie eine Risikoanalyse nach DIN EN 62305-2 durch. Berechnen Sie, ob Ihr Gebäude eine Blitzschutzanlage benötigt und welche LPS-Klasse erforderlich ist.

Blitzschutz-Risikoanalyse nach DIN EN 62305-2

Die DIN EN 62305-2 (VDE 0185-305-2) beschreibt das Verfahren zur Risikoanalyse für den Blitzschutz. Sie bewertet, ob eine Blitzschutzanlage erforderlich ist und welche Schutzklasse benötigt wird.

Das Risikomanagement-Prinzip

R ≤ R_T  →  Risiko tolerierbar
R > R_T  →  Schutzmaßnahmen erforderlich
Klicken zum Kopieren
SymbolBedeutung
RTatsächliches Risiko
R_TTolerierbares Risiko (10⁻⁵ für Personenschäden)
N_DAnzahl gefährlicher Ereignisse pro Jahr
EErforderlicher Schutzgrad

Blitzdichte in Deutschland

RegionNg (Blitze/km²/Jahr)
Norddeutschland1,5
Mitteldeutschland2,5
Süddeutschland/Alpen3,5

LPS-Schutzklassen nach DIN EN 62305

KlasseAuffangwahrscheinlichkeitTypische Anwendung
I99%Explosionsgefährdete Bereiche, Rechenzentren
II97%Krankenhäuser, Museen, wichtige Infrastruktur
III91%Schulen, Bürogebäude, Hotels
IV84%Wohnhäuser, normale Gebäude

Komponenten des äußeren Blitzschutzes

  1. Fangeinrichtung: Fangstangen, Fangleitungen
  2. Ableitungsanlage: Verbindung zur Erdungsanlage
  3. Erdungsanlage: Ableitung des Blitzstroms ins Erdreich

Anwendungsbereiche

  • Neubauplanung mit Blitzschutz
  • Risikoanalyse für Bestandsgebäude
  • Gebäudesanierung
  • Versicherungstechnische Bewertung
  • Gutachten für Gewerbeobjekte
  • Öffentliche Gebäude

Häufig gestellte Fragen

In Deutschland gibt es keine generelle Pflicht. Jedoch fordern Bauordnungen Blitzschutz für öffentliche Gebäude, Krankenhäuser, Schulen, Hochbauten über 20 m und Gebäude mit explosionsgefährdeten Bereichen. Die Risikoanalyse nach DIN EN 62305-2 bestimmt die Notwendigkeit.

LPS (Lightning Protection System) wird in 4 Klassen eingeteilt: Klasse I bietet 99% Schutz, Klasse IV nur 84%. Je höher das Risiko (R > R_T), desto höhere Klasse wird benötigt. Klasse I ist für Rechenzentren und Sprengstofflager vorgeschrieben.

Nach DIN EN 62305-3: LPS Klasse I/II alle 2 Jahre, Klasse III/IV alle 4 Jahre. Bei explosionsgefährdeten Bereichen jährlich. Die Prüfung umfasst Sichtprüfung und Messung der Erdungswiderstände.

Für ein Einfamilienhaus: 1.500–3.000 € (Klasse IV). Für ein Bürogebäude: 5.000–15.000 € (Klasse III). Für kritische Infrastruktur: 20.000–50.000 € (Klasse I/II). Die Anlage amortisiert sich durch Versicherungsprämien-Reduktion.

Die Blitzdichte Ng gibt die mittlere Anzahl der Blitzeinschläge pro km² und Jahr an. In Deutschland: 1–4 Blitze/(km²·a). Die aktuellen Werte können beim Deutschen Wetterdienst (DWD) oder BLIDS abgefragt werden.

Der äußere Blitzschutz (LPS) schützt nur das Gebäude vor Brand und Zerstörung. Für empfindliche Elektronik ist zusätzlich innerer Blitzschutz erforderlich: Überspannungsschutz (SPD Typ 1, 2, 3) und Potentialausgleich nach DIN EN 62305-4.

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